Was ist ein Buying Center?
Das Buying Center (auch Decision Making Unit/DMU) umfasst alle Personen, die an einer B2B-Kaufentscheidung beteiligt sind. Das sind selten nur eine oder zwei Personen.
Die Realität:- Durchschnittlich 6-10 Personen pro B2B-Entscheidung
- Je größer das Unternehmen, desto mehr Stakeholder
- Jede Person hat andere Prioritäten
Die 6 Rollen im Buying Center
1. Initiator
Wer: Person, die den Bedarf erkennt Interesse: Problem lösen Frage: "Warum brauchen wir das?" Beispiel: IT-Mitarbeiter, der merkt, dass die Software veraltet ist.2. User
Wer: Personen, die das Produkt nutzen werden Interesse: Benutzerfreundlichkeit, Effizienz Frage: "Wie funktioniert das in meinem Alltag?" Beispiel: Das Sales-Team, das mit dem neuen CRM arbeiten soll.3. Influencer
Wer: Personen mit fachlicher Expertise Interesse: Technische Anforderungen, Standards Frage: "Erfüllt das unsere Anforderungen?" Beispiel: IT-Leiter, Datenschutzbeauftragter.4. Gatekeeper
Wer: Kontrolliert Informationsfluss Interesse: Effizienz, Vorauswahl Frage: "Was ist relevant für uns?" Beispiel: Einkaufsabteilung, Assistenz der Geschäftsführung.5. Entscheider (Decision Maker)
Wer: Hat die finale Entscheidungsbefugnis Interesse: ROI, strategischer Fit Frage: "Lohnt sich das?" Beispiel: Geschäftsführer, Vorstand, Abteilungsleiter (je nach Investition).6. Buyer
Wer: Führt den Kauf formal durch Interesse: Konditionen, Compliance Frage: "Zu welchen Bedingungen?" Beispiel: Einkauf, Procurement.Stakeholder-Mapping in der Praxis
Schritt 1: Rollen identifizieren
Fragen im Discovery Call:
- "Wer ist neben Ihnen noch an dieser Entscheidung beteiligt?"
- "Wer wird das Produkt hauptsächlich nutzen?"
- "Wer muss final zustimmen?"
- "Gibt es jemanden in der IT/Einkauf, den wir einbeziehen sollten?"
Schritt 2: Power-Interest-Matrix
Kategorisieren Sie jeden Stakeholder:
| Niedriges Interesse | Hohes Interesse | |
|---|---|---|
| Hohe Macht | Zufriedenstellen | Eng einbinden |
| Niedrige Macht | Beobachten | Informiert halten |
| Info | Details | |
| Name | ||
| Position | ||
| Rolle im BC | ||
| Prioritäten | ||
| Bedenken | ||
| Wie erreichen | ||
| Beziehungsstatus |
Strategien für jede Rolle
Den Initiator nutzen
Strategie: Als Champion aufbauen Taktik: Informationen geben, die er intern teilen kann Ziel: Interner Verkäufer für SieUser überzeugen
Strategie: Benutzerfreundlichkeit demonstrieren Taktik: Hands-on Demo, Testimonials von anderen Usern Ziel: Positive Empfehlung nach obenInfluencer für sich gewinnen
Strategie: Technische Kompetenz zeigen Taktik: Detaillierte Specs, Sicherheitsinfos, Referenzarchitektur Ziel: Technisches OKGatekeeper umgehen/gewinnen
Strategie: Respektieren, nicht ignorieren Taktik: Mehrwert bieten, professionell auftreten Ziel: Zugang zum EntscheiderEntscheider überzeugen
Strategie: ROI und strategischer Fit Taktik: Executive Summary, Business Case Ziel: Finale FreigabeBuyer zufriedenstellen
Strategie: Compliance und faire Konditionen Taktik: Professionelle Dokumentation, Verhandlungsbereitschaft Ziel: Reibungsloser VertragsabschlussChampion aufbauen
Ein Champion ist Ihr interner Verkäufer. Ohne Champion scheitern die meisten Deals.
Den richtigen Champion finden
Eigenschaften:- Hat persönliches Interesse an der Lösung
- Hat Einfluss im Unternehmen
- Ist kommunikativ
- Vertraut Ihnen
Champion unterstützen
Geben Sie ihm:- Unterlagen für interne Präsentation
- Antworten auf mögliche Fragen
- ROI-Berechnungen
- Referenzen von ähnlichen Unternehmen
Der Multi-Threading-Ansatz
Problem: Nur mit einer Person sprechen = hohes Risiko Lösung: Mit mehreren Stakeholdern Beziehungen aufbauenWie:
Beispiel-Sequenz:
- Woche 1: Discovery mit IT-Leiter (Initiator)
- Woche 2: Demo für Sales-Team (User)
- Woche 3: Technisches Meeting mit Datenschutz (Influencer)
- Woche 4: Executive Meeting mit CFO (Entscheider)
Häufige Fehler
1. Single-Threading
Nur mit einer Person sprechen = Deal stirbt, wenn Person geht oder abgelehnt wird.
2. Entscheider ignorieren
Zu viel Zeit mit Usern, zu wenig mit denen, die unterschreiben.
3. Buyer zu spät einbeziehen
Einkauf am Ende einschalten = verzögerter Abschluss.
4. Champion verlassen
Sich blind auf Champion verlassen, ohne eigene Beziehungen aufzubauen.
Fazit
B2B-Verkauf ist Team-Verkauf. Wer alle Stakeholder kennt, versteht und individuell anspricht, gewinnt mehr Deals. Mapping ist keine Einmal-Aktion, sondern ein kontinuierlicher Prozess.
Kein Problem mit Buying Centers, aber zu wenige Opportunities? Wir öffnen die Türen – Sie navigieren durch das Buying Center.
